Kindler Etikettenservice installiert eine Omet x6

Partnerschaftlich entwickelt und Spagat gemeistert

Kindler Etikettenservice installiert eine Omet x6 – Beratung und Abwicklung durch Chromos GmbH unter Pandemie-Bedingungen.

Mag der Spruch auch noch so abgedroschen sein, dass jede Krise auch eine Chance bietet, im vorliegenden Beispiel hat die Kindler Etikettenservice GmbH die Zeit der Corona-Pandemie tatsächlich klug genutzt, um mit Unterstützung der Chromos GmbH die Investition in eine neue Neunfarben-Druckmaschine Omet x6 durchzuziehen. Einerseits war es mutig, eine derart tiefgreifende Entscheidung trotz beschränkter Kontaktmöglichkeiten anzupacken. Andererseits wurde damit aber auch der Nährboden für neue Ideen geschaffen, wie Thorsten Kindler, Geschäftsführender Gesellschafter des Endinger Familienunternehmens, und Klaus Sedlmayr, Geschäftsführer der Chromos GmbH, in diesem Beitrag berichten.

Die Installation der Omet x6 im Oktober 2021 und die Inbetriebnahme im Folgemonat sind reibungslos erfolgt. Das Einbinden der neuen Maschine in den Produktionsalltag verlief planmäßig. Auch die Erwartungen von Thorsten Kindler, mit der stetigen Investition in moderne Technologie die Philosophie seines Unternehmens fortzuschreiben, wurden erfüllt. Auf diese Weise ist die Etikettendruckerei aus Endingen bestrebt, seinen Kunden maßgeschneiderte Lösungen anzubieten, die exakt deren Anforderungen entsprechen.

Zwei Aufgaben in eine Lösung verschmolzen

An dieser Stelle hätte ein typischer Pressetext aus der Feder einer PR-Agentur möglicherweise seine Schuldigkeit getan. Die Besonderheit dieses Projektes liegt jedoch in der Vorbereitungsphase der Investition, die nach einem monatelangen Dialog eine Lösung hervorgebracht hat, die deutlich über die ursprüngliche Anfrage hinausgeht und sogar mindestens zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt.

Zu Beginn stand die eindeutige Anforderung im Raum, eine bestehende Maschine mit geeigneter Technik aufzurüsten, um damit ein Sonderprodukt fertigen zu können. Parallel dazu hatte Thorsten Kindler vor, anschließend Ersatz für eine ältere Maschine zu beschaffen. Diese beiden Dinge – Ausbau der Produktionskapazität für hochwertige Standardetiketten und Erweiterung der Fertigungstechnik für Nischenprodukte – sind eher gegensätzliche Aufgaben, die besser getrennt zu betrachten sind. So die landläufige Meinung. Hier kommt jedoch die spezielle Situation während der Corona-Monate ins Spiel, als die Reisetätigkeit größtenteils entfiel und sowohl bei der Druckerei Kindler als auch beim Handelsunternehmen Chromos mehr Zeit am Schreibtisch als am Steuer verbracht wurde. In den ungewohnten Bürostunden keimten neue Ideen, so dass nach intensivem Austausch vieler Informationen auf dem Papier eine Maschinenkonfiguration mit teilweise sehr unkonventionellen Kombinationen entstand. Obwohl in der Praxis bislang nirgendwo eine Maschine in dieser Form realisiert worden war, gelang damit am Ende der Spagat, beide genannten Aufgaben in ihr zu vereinen.

Für Spezialitäten und Großauflagen geeignet

Die neue Omet x6 der Firma Kindler ist mit neun Druckwerken sowie zwei Cross-over-Einheiten und einem Laminator für die Zuführung einer weiteren Materialbahn ausgestattet. Sie ermöglicht die effiziente Herstellung von Peel-Off- sowie Multi-Layer-Etiketten mit bis zu vier Lagen. In der Industrie ist die Nachfrage nach solchen Etiketten in den letzten Jahren rasant gestiegen, weil immer mehr Informationen auf den Etiketten unterzubringen sind. Ursachen sind beispielsweise das global harmonisierte System (GHS) zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien gemäß Verordnung (EG) Nr. 1272/2008, auch ⁠CLP⁠-Verordnung (Classification, Labelling and Packaging) genannt, oder auch Warnhinweise, die mehrsprachig gedruckt werden müssen. Mit der neuen Maschine lassen sich die einzelnen Lagen der Produkte in einem Durchgang vorder- und rückseitig bedrucken und zu einem Mehrlagenetikett weiterverarbeiten. Auch Etiketten in größeren Formaten, wie sie bei industriellen Anwendungen häufig zum Einsatz kommen, sind damit herstellbar.

Mehrfachetiketten sind für das Unternehmen Kindler ein wichtiger Teil des Produktprogramms, so dass die technischen Möglichkeiten durch die Installation der Omet x6 deutlich ausgeweitet wurden. Darüber hinaus eignet sich die Omet x6 aufgrund ihrer Prozessstabilität und der verfügbaren Bahnbreite und Druckgeschwindigkeit auch zur Großauflagen-Produktion von Etiketten aus dem qualitativ hochwertigen Segment. Rückblickend konnte die Druckerei in Endingen damit sowohl die Produktionskapazität als auch das Auflagenspektrum auf ein höheres Niveau heben, so dass das Unternehmen seine Position in allen Marktbereichen spürbar stärken konnte.

Mit eigenen Augen sehen … oder vertrauen

Dass ein Kunde bei der Chromos GmbH eine Investition dieser Größenordnung mit einer komplexen technischen Ausstattung tätigt, ohne einmal den Maschinenhersteller besucht zu haben oder das Maschinenmodell in Produktion gesehen zu haben, war für Klaus Sedlmayr außergewöhnlich. „Unter diesen Bedingungen war der Auftrag ein sehr großer Vertrauensvorschuss.“ In der Vergangenheit war das Handelsunternehmen bei der Kindler GmbH lediglich als Lieferant einer Konfektionieranlage vor vielen Jahren in Erscheinung getreten.

Ein gewisses Risiko konstatiert Thorsten Kindler zwar schon. Weil in der Entscheidungsphase zu Corona-Zeiten aber bei keinem Hersteller umfangreiche Tests oder Produktdemonstrationen vor Ort möglich waren, hatte er kaum eine andere Wahl, als seinem Gespür zu vertrauen. „Während der Verhandlungen haben wir immer wieder erlebt, dass selbst extrem knifflige Anforderungen mit kreativen und gleichzeitig praxistauglichen Lösungen beantwortet wurden. In Sachen Maschinenkonfiguration haben wir sehr viel Input sowohl von Chromos als auch von Omet erhalten. Das hat unser Gefühl bestätigt, es mit erfahrenen Partnern zu tun zu haben, die umfangreiches technisches Hintergrundwissen über die Branche besitzen. Weil das Gesamtpaket inklusive Schulung oder After Sales Service ebenfalls gepasst hat, war unsere Entscheidung auch im Rückblick absolut richtig.“

Hoher Stellenwert von Service-Leistungen

All die Aspekte, die über die reine Maschinentechnik hinausgehen, sind für Thorsten Kindler ohnehin ein wichtiges Kriterium. Zum Thema Service meint er: „Der Support sollte nicht nur während der Kaufentscheidung hoch sein, sondern auch dann, wenn nach fünf Jahren schneller und guter Service gebraucht wird.“ Teil des Service war beispielsweise auch, dass Chromos die Maschine mit kompletter Erstausstattung geliefert hat. Mit bisherigen Installationen hatte Thorsten Kindler die Erfahrung, dass nach der Inbetriebnahme im Praxisalltag häufig einzelne Komponenten auftauchten, die noch nachbestellt werden mussten. „Die von Chromos gelieferte Erstausstattung war dagegen lückenlos“, stellt er nach mehr als einem halben Jahr Produktion fest. Was in den Augen mancher Unternehmen eine Randnotiz sein mag, ist für ihn ein gutes Indiz für hohe Service-Qualität. Damit die Produktion der neuen Maschine wie geplant hochgefahren werden konnte, musste das Unternehmen vor der Inbetriebnahme aber auch intern einige Hausaufgaben erledigen. Im Drucksaal wurde eine ältere Maschine abgebaut, um den nötigen Platz und gleichzeitig eine entsprechende Infrastruktur zu schaffen. Bereits in der Vergangenheit wagte die Druckerei auch neue Wege bei Maschinenplatzierungen. Die neue Omet x6 wurde nun in Linie von zwei Digitaldrucksystemen platziert, die mit den jeweiligen Bedienseiten zueinander zeigen. Dies fördert die Kommunikation unter den Maschinenbedienern und führt dazu, dass während der Produktion alle voneinander lernen können. Dadurch wird außerdem auch die Ausbildung vereinfacht.

Möglichkeiten der neuen Maschine ausreizen

Wesentlicher Erfolgsfaktor einer Neuinstallation ist die nahtlose Einbindung in das gesamte Umfeld der Druckerei. Im ersten Schritt gilt es, die neue Produktionsanlage technisch in den Griff zu bekommen. Es gilt ausreichend Zeit zu investieren, um intern ein Gespür zu entwickeln, auf welchen Materialien welche Kombination aus Druckplatte, Druckbeistellung, Farbrezeptur, usw. die besten Resultate erzielt. Danach müssen die übrigen Bereiche wie Druckvorstufe und Plattenfertigung eingebunden werden. Für die Kalkulation müssen alle einzelnen Parameter für die neue Maschine ermittelt und eingepflegt werden. Sämtliche Rädchen müssen exakt ineinandergreifen, um am Ende kontinuierliche Optimierungen bei Qualität, Produktivität und Wirtschaftlichkeit zu erzielen. Für Thorsten Kindler steht fest, dass der Hauptbeitrag hierzu von den Mitarbeitern geleistet wird: „Die besten Systeme und Maschinen sind nutzlos, wenn Mitarbeiter fehlen, die ihre Technik beherrschen und so den gesamten Fertigungsprozess tragen.“

Mit den Erfahrungswerten einer gewissenhaft durchgezogenen Startphase und dem Fingerspitzengefühl der Druckvorstufe ist es der Druckerei Kindler gelungen, selbst bei anspruchsvollen Motiven, beispielsweise mit feinen Farbverläufen, deutlich sichtbare Verbesserungen der Druckqualität zu erzielen. Als Beispiel präsentiert Thorsten Kindler ein Etikett auf einem typischen Material für Weinetiketten, das auf der Omet x6 produziert wurde.

Bisheriges kontinuierliches Wachstum in Zukunft fortsetzen

Trotz der sorgfältigen Einarbeitungsphase, für die sich das Unternehmen die erforderliche Zeit zugestanden hat, ist die Auslastung von Beginn an sukzessive gestiegen. Der geplante mehrschichtige Betrieb der Omet x6 ist dabei weniger von der Auftragslage als vielmehr von der Verfügbarkeit des geeigneten Bedienpersonals abhängig. Deshalb ist das Unternehmen seit Sommer 2022 bemüht, möglichst viele Mitarbeiter mit der Bedienung der Maschine vertraut zu machen.

Die Produktionskapazität wird für alle Marktbereiche benötigt. Bei der Firma Kindler sind das zum großen Teil industrielle Anwendungen, z.B. im Bereich Chemie. Aufgrund der Lage am Kaiserstuhl darf das Segment Wein und Spirituosen logischerweise nicht fehlen. Ergänzt wird das Portfolio durch Etiketten für Lebensmittel und Kosmetik. In all diesen Feldern plant das Unternehmen sein Ziel eines gesunden und kontinuierlichen Wachstums weiter konsequent zu verfolgen. Daneben ist auch die Thematik Nachhaltigkeit mit Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs, zur Verbesserung der Abfallentsorgung, usw. stärker in den Fokus gerückt. Aus diesem Grund hat sich die Kindler Etikettenservice GmbH kürzlich nach der internationalen Umweltmanagementnorm ISO 14001 zertifizieren lassen und ein Umweltmanagement-System zusätzlich zum Qualitätsmanagement implementiert.

Gespür für den Markt als Erfolgsrezept

Mit einer rotativen Buchdruckmaschine und einer Konfektionsanlage gründet Rolf Kindler 1993 die Kindler Etikettenservice GmbH. In den Folgejahren kommen weitere Anlagen für den Buch-, Sieb- und Digitaldruck hinzu. Das Geschäft mit den Rollenhaftetiketten wächst dadurch kontinuierlich. Um dem größeren Platzbedarf gerecht zu werden, bezieht der Betrieb 1998 den jetzigen Standort in Endingen am Kaiserstuhl. Im Jahr 2002 kommt die DPI Medienservice als Tochterunternehmen hinzu, so dass seitdem die komplette Druckvorstufe ‚inhouse‘ verfügbar ist. Schrittweise wird das Angebot im Laufe der Zeit um Digitaldruck sowie Bookletproduktion erweitert. Technisch erfolgen ständige Upgrades, so dass sich die Bedürfnisse der Kunden jeweils im Maschinenpark wiederfinden. Auf dem aktuellen Stand der Technik zu sein, bedeutete für Rolf Kindler auch, nach Möglichkeit einen Schritt schneller zu sein als der Wettbewerb.

In diesem Sinn versucht auch Thorsten Kindler das Familienunternehmen mit seinen derzeit 40 Mitarbeitern als heutiger Geschäftsführender Gesellschafter weiterzuführen. Seit 2010 ist mit ihm die zweite Generation im Unternehmen aktiv. Die Nachfolge wurde in den Folgejahren harmonisch geregelt. Dabei hat er einen Grundsatz seines Vaters übernommen: „Ein Gespür entwickeln, was der Markt fordert.“ Die Anforderungen und Bedürfnisse der Kunden werden im intensiven Dialog ergründet. Wer die Richtung kennt, in die sich die Märkte der Kunden entwickeln, kann langfristig kundengerechte Lösungen anbieten. Die dazu erforderliche Technik wird wiederum im Dialog mit kompetenten Lieferanten ausgewählt.

Artikel von Klemens Ehrlitzer, flexible kommunikation/07 22 pb 07

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